Auch in schwierigen Situationen keine Hektik aufkommen zu lassen, ruhig zu bleiben, weitsichtig zu handeln,
sich um das Wohlergehen möglichst aller zu kümmern. Das alles und noch mehr ist Besonnenheit.
Besonnenheit ist eine Tugend, die schon die alten Griechen in ihrem Leben zu verwirklichen versuchten. Mässigung wird sie auch genannt.
Sie ist die Kunst, gut in sich zu ruhen und sich nicht von Extremen leiten zu lassen, den Ausgleich zu suchen, die Mitte zu finden ohne
Mittelmass zu sein. Besonnenheit ist eine Fähigkeit, die man wie so viele andere erlernen kann, und die auf hohem Niveau praktiziert,
durchaus zur Kunst wird. Für Menschen in ethisch anspruchsvollen Berufen wie bei der Polizei und in Rettungsdiensten ist sie besonders
wichtig und sie hilft Leben zu retten in der Gefahr. Besonnnes Handeln hat eine besondere Kraft und vermittelt
Verunfallten, Gewaltopfern und deren Angehörigen in Extremsituationen Sicherheit und Halt.
Zu eben dieser Kunst gehört viel Erfahrung, eine Portion Vorsicht, eine gute Selbsteinschätzung, die Zurückhaltung,
Menschen und ihre Taten nicht nur nach eigenen Kriterien zu beurteilen, und die Überzeugung, eine Aufgabe zu erfüllen, die wichtig ist.
Es ist gut, sich von Zeit zu Zeit der eigenen Fähigkeit (oder gar Kunst) zur Besonnenheit bewusst zu werden: Was brauche ich,
um besonnener zu werden? Was können ich und andere dazu beitragen? Ist mir meine Aufgabe klar? Brauche ich etwas mehr Distanz
zu meiner Arbeit? Was hilft mir, die Ruhe zu bewahren?
Mir mehr Zeit zu nehmen, über die wichtigen Dinge meiner Arbeit und meines Lebens nachzudenken, kann ein erster
Schritt dazu sein. Mich selbst ernst zu nehmen, aber nicht immer so wichtig, ist vielleicht der zweite.
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