KameradInnen sucht man nicht – die hat man; ob es nun gute oder schlechte sind. Ähnliche Erfahrungen, ob gewollte oder ungewollte,
lassen Kameradschaften entstehen: in der Schule, im Militär, in der Ausbildung, im Sport, vor allem dort, wo wir uns anstrengen müssen,
um etwas zu erreichen, und in Berufen, die mit Gefahren verbunden sind. Gute KameradInnen trifft man auch dann noch gerne, wenn sich die
Lebenswege schon längst in andere Richtungen entwickelt haben und schlechte vergessen wir schnell. Kameradschaft ist mehr als Kollegialität
und doch müssen KameradInnen nicht dicke FreundInnen sein, aber zupackend und verlässlich, wenn es darauf ankommt. Zuviel Privates tut der
Kameradschaft nicht gut, denn sie ist eine sachbezogene Freundschaft und manchmal gar aus der Not gewachsen, weil man zwangsweise zusammen
ist, wie das in Ausbildung und Beruf oft der Fall ist. Und wenn es doch zuviel Privates gibt, tut es gut, die Rollen zu klären, damit es
nicht menschliche Verwicklungen gibt, welche die Sache, um derentwillen die KameradInnen zusammen sind, vergessen gehen lassen.
KameradInnen verbindet gemeinsames Lernen und Können, gemeinsam Erreichtes und Durchlittenes. Sie bestehen Prüfungen, meistern brenzlige
berufliche Situationen, durchleben die Kämpfe an der Leistungsgrenze und vieles mehr. Was sie verbindet, sind die Grenzerfahrungen und das
Vertrauen, das daraus wächst. Doch vor allem verbindet, wenn Scheitern gemeinsam durch gestanden wird. Das macht einen guten Kameraden und eine
gute Kameradin aus; dass er/sie zu einem steht, wenn etwas schief geht und einem die Chance gibt, beim nächsten Einsatz wieder zu reüssieren.
In Polizei- und Rettungsberufen ist Kameradschaft ein besonders wichtiges Gut, da gefährliche Situationen nur zu bewältigen sind,
wenn man sich auf die KameradInnen verlassen kann. Vertrauen wächst, wo man auch über Unangenehmes offen spricht und sich trotzdem
kameradschaftlich ermutigen kann, die kommenden Aufgaben zu meistern. Es lohnt sich, die Kameradschaft zu pflegen.
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