«Die Würde des Menschen ist unantastbar» steht am Anfang der Verfassung des Kantons Zürich, und in ähnlicher Weise in vielen gewichtigen Regelwerken von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte über die Bundesverfassung bis zum Polizeigesetz. Die Achtung der Menschenwürde jedes Einzelnen gilt als wichtigstes Handlungsprinzip in sämtlichen menschlichen Beziehungen, die staatlich oder gemeinschaftlich geregelt werden. Was ist Menschenwürde? Irgendeine inhaltliche Vorstellung von ihr hat jede und jeder. Damit die Definition der Menschenwürde nicht nur dem persönlichen Empfinden jedes Einzelnen überlassen bleibt, braucht sie eine Konkretisierung, die auch weltweit konsensfähig ist. Dabei sind vor allem zwei Gedankenlinien hilfreich:
 1. Würde haben alle Menschen aufgrund der Tatsache, dass sie Menschen sind und einen freien Willen haben – wie auch immer dieser sich ausdrückt und welchen Inhalt er hat! Menschenwürde achten heisst: Jedem Menschen dieses Selbstbestimmungsrecht zu zugestehen, sei dies auch in einem noch so kleinen Rahmen.
 2. Menschenwürde fordert Achtung und Selbstachtung. Wer die Menschenwürde eines anderen missachtet, missachtet auch die eigene! Das heisst: Jeder Mensch ist in sich selbst Zweck und kein Mensch darf Mittel zum Zweck werden.
Aus diesen Gedanken wird auch das absolute Folterverbot hergeleitet; denn gefolterte Menschen verlieren ihren eigenen Willen und werden als Mittel zum Zweck missbraucht. Es ist traurig genug, dass immer noch an vielen Orten der Welt gefoltert wird und es unzählige Missachtungen der Menschenwürde gibt, wenn Menschen gedemütigt und erniedrigt werden. Die Achtung der Menschenwürde ist ein nicht endendes Projekt, an dem alle Menschen mitarbeiten sollten! Auch das gehört zur Grundidee der Menschenwürde. Wer der Menschenwürde dient (und das tun PolizistInnen und RetterInnen in hohem Masse!) ist bestrebt, jeden Menschen in seiner Selbstbestimmung zu achten, unabhängig davon, was er getan hat, in welchem Zustand er ist und welche Ansichten er hat. Das ist – zugegeben - ein hoher Anspruch und letztlich unerreichbar, aber bleibt ein Wegweiser für das Zusammenleben in einem demokratischen Rechtsstaat. Hohe Ziele sind dafür da, möglichst nahe an sie heran zu kommen. Alle, die es versuchen, verdienen Respekt und Anerkennung.
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