Wer macht nicht gerne zwischendurch die Türe hinter sich zu und will einfach seine Ruhe haben? Das ist ein völlig legitimes Bedürfnis gerade in einer Tempo reichen Welt, die durch und durch vernetzt ist. Raum und Zeit für sich allein braucht jede und jeder, die/der offen bleiben will für das, was in der Welt geschieht und für die Menschen, die ihr/ihm begegnen. Offen sein für anderes und andere setzt voraus, die eigenen Wurzeln zu kennen, zu schätzen und zu bewahren. Offenheit ist die Bereitschaft, andere Lebensformen erst einmal zu erkennen und dann anzuerkennen als Realitäten unter vielen, die in freiheitlichen Gesellschaften möglich sind. Offenheit heisst hinsehen, hinhören, ja durchaus auch schmecken und riechen! Andere Kulturen – andere Gerüche - nicht nur in der Küche! An Pizza, Curry, Kebap usw. haben wir längst Gefallen gefunden. Die Schweiz verwandelte sich innerhalb von fünfzig Jahren von einem Auswanderungs- in ein Einwanderungsland. Ein kleines Land lebt davon, dass seine BewohnerInnen offen sind für die Vielfältigkeit der Lebensformen. Auf engem Raum kann man einander nicht ausweichen! Offenheit heisst nicht Grenzenlosigkeit! Wer offen ist, darf auch sagen: Bis hierher und nicht weiter, wenn das Eigene unterzugehen droht – dieser Auseinandersetzung kann keine multikulturelle Gesellschaft ausweichen. Gesetze gelten für alle und die Grundwerte einer freiheitlichen Gesellschaft ebenso. Wer sich öffnet, um tolerant zu sein, geht einen Schritt weiter, bzw. zwei - von beiden Seiten! Toleranz ist nur gegenseitig möglich und Offenheit macht den Anfang. Und weil es anstrengend ist, weltoffen zu sein, braucht jede und jeder die besagte Türe, die wir gelegentlich auch mal zumachen dürfen, um die vielen Eindrücke zu verdauen. Dann öffnen wir sie wieder für die Menschen und die Welt, in der wir gemeinsam leben.
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