Dreimal täglich putzen wir unsere Zähne. Duschen und Baden sind Selbstverständlichkeiten der Körperpflege.
Wie reinigen wir unseren Geist? Yoga*) ist eine Meditationspraxis mit Atem- und Körperübungen
mit dem Ziel, den Geist zu reinigen, um zu mehr Vitalität und Gelassenheit zu gelangen. Ob Yoga-Übungen,
Zen-Meditation aus dem Buddhismus oder die geistigen Übungen und Fastenzeiten im Christentum, Islam und Judentum,
die Ziele gleichen sich: Innere Reinigung, Klarheit gewinnen, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden, Präsenz in
der Gegenwart, Loslassen der vielen Gedanken. Man stelle sich mal vor: Laut Erkenntnissen der Hirnforschung haben
wir ca. 60 000 Gedanken im Tag und im optimalen Fall nutzen wir 5000! Da ist es schon erleichternd, einige davon loszulassen!
Meditation dient nicht dazu, der realen Welt zu entfliehen. Sondern gerade umgekehrt: Meditierende wollen mitten in der Welt, im
Hier und Jetzt, mit allen Sinnen präsent sein und nicht mit den Gedanken anderswo hängen bleiben. Nicht umsonst sind grosse
Meister der Kampfkunst auch Geübte in der Meditation. Klar strukturierte Formen der inneren Einkehr sind Time-outs für Körper,
Geist und Seele; auch wenn es nicht Yoga sein muss. Wer sich im Alltag Zeit nimmt, ganz für sich allein in der Stille dem
eigenen Atem folgt, nichts weiter tut als einfach da zu sein, die Gedanken ziehen lässt und nicht festhält... erfährt innere
Ruhe und Konzentration, die im Durcheinander der Gleichzeitigkeiten unserer 24 Stunden-Gesellschaft wahre Wohltaten sind.
In dieser Ruhe steckt die Kraft der geistigen Präsenz, die in alle Lebensbereiche hineinwirkt.
Wie jede Sportart Training braucht, will auch geistige Präsenz geübt sein, um dann in
entscheidenden Situationen geistesgegenwärtig handeln zu können. *) In der westlichen Welt wird Yoga vorwiegend als Meditationspraxis verstanden.
Ursprünglich stammt Yoga aus Indien und ist eine Philosophie, die in die Tradition des Hinduismus gehört.
Die Ursprünge des Yoga reichen bis ins 3. Jahrhundert vor Chr. zurück.
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